Blütenweiße Stauden für die Zimmerer-Azubis Tradition trifft Zukunft

44 Auszubildende im Zimmererhandwerk haben kurz vor dem Ende ihres ersten Lehrjahres ihre traditionelle „Staude“ erhalten.

Die Zimmerer-Innungen Aalen, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd setzten damit ihre bewährte Tradition fort, den jungen Nachwuchskräften dieses besondere Kleidungsstück zum Abschluss des ersten Ausbildungsjahres zu überreichen. Unter den 44 Jugendlichen befindet sich auch eine junge Frau, die den traditionsreichen und zugleich hochmodernen Beruf erlernt.

Die „Staude“ – ein strahlend weißes Hemd mit Stehkragen – ist ein fester Bestandteil der Zunftkleidung der Zimmerer. Gemeinsam mit schwarzer Cordhose und Cordweste bildet sie die klassische „Kluft“, die für handwerkliche Qualität, Standesehre und die jahrhundertealte Tradition des Zimmererhandwerks steht.

Feierliche Übergabe in Aalen

Im Bildungszentrum Bau in Aalen fand die feierliche Übergabe statt. Vor Ort waren Tobias Oehler, Lehrlingswart der Innung Aalen und Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses aller drei Innungen, Martin Schneider, Obermeister der Innung Aalen, sowie Peter Renner, Obermeister der Innung Heidenheim.

„Die Übergabe der Stauden ist nicht nur ein schöner Brauch, sondern auch ein wichtiges Symbol für die Zugehörigkeit zur Zunft“, betonte Tobias Oehler. „Unsere jungen Leute tragen damit ein sichtbares Zeichen der Gemeinschaft und der Werte, die unser Handwerk seit Jahrhunderten prägen: Qualität, Beständigkeit und Kollegialität.“ Gleichzeitig machte er den Auszubildenden Mut für die kommenden Jahre: „Ihr habt nun das erste Jahr geschafft und wechselt ins zweite Lehrjahr. Vor euch liegen spannende Aufgaben, Zwischenprüfungen und schließlich die Gesellenprüfung. Wir werden euch auf diesem Weg begleiten und unterstützen.“

Handwerk mit Tradition und Verantwortung
Obermeister Martin Schneider hob die gesellschaftliche Bedeutung des Berufs hervor:

„Das Zimmererhandwerk ist weit mehr als Tradition. Es ist ein Beruf mit Zukunft und Relevanz. Wir bauen nicht nur Häuser, Dächer und Fassaden – wir leisten auch einen wichtigen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz. Holz als Baustoff ist nachhaltig, klimafreundlich und ressourcenschonend. Wer Zimmerer wird, trägt aktiv zur Energiewende und zum Erhalt unserer Umwelt bei.“

Obermeister Peter Renner ergänzte:

„Unser Handwerk ist modern, innovativ und hochattraktiv. Neben traditionellem Wissen arbeiten wir heute mit modernsten Maschinen, CAD-Programmen und digitalen Technologien. Es ist diese Verbindung von altem Handwerk und neuester Technik, die das Berufsbild so spannend und vielfältig macht. Genau das begeistert auch immer mehr junge Menschen – die Ausbildungszahlen sind konstant hoch und die Beliebtheit des Berufs steigt erfreulicherweise weiter.“

Start im September 2024 – nun im zweiten Lehrjahr

Die Auszubildenden hatten im September 2024 ihre Lehre begonnen und blicken inzwischen auf ein Jahr intensiver Erfahrung im Holzbau zurück. Mit dem Start in das zweite Lehrjahr erhielten sie nun auch die Staude als sichtbares Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur Zunft.

Perspektiven im Zimmererhandwerk

Das Tätigkeitsfeld der Zimmererinnen und Zimmerer ist vielseitig: Von Dachkonstruktionen über den Holzrahmenbau bis hin zu modernen Ingenieurholzbauten, Fassaden und Innenausbau. Neben den klassischen Zimmereiarbeiten gewinnen auch Themen wie Energieeffizienz, Gebäudesanierung und nachhaltiges Bauen zunehmend an Bedeutung.

„Wer Zimmerer wird, entscheidet sich für einen Beruf mit sicheren Zukunftsperspektiven“, fasste Tobias Oehler zusammen. „Wir freuen uns über das große Interesse an unserem Handwerk – und wir sind stolz auf unseren Nachwuchs, der mit so viel Begeisterung, Engagement und Können in die Zukunft des Bauens startet.“

Weitere Infos zum Zimmererhandwerk und zur Ausbildung gibt es im Internet unter www.z-wie-zimmerer.de oder www.zimmererzentrum.de